Geschichte der Fotografie

Camera Obscura – Wie eine leere Schachtel doch voller Leben sein kann

Die Camera Obscura (“dunkle Kammer”) ist die Urform der Kamera. Schon lange bevor lichtempfindliches Material bekannt war haben Maler sie als Zeichenkamera verwendet. Leonardo Da Vinci erzeugte 1500 ein optisches Bild um dieses nachzuzeichnen. 1550 versah Cardano die Lochkamera mit einer Sammellinse. Die ersten Kameras waren mit Fernrohrobjektiven und Irisblende versehene Holzkästen. Jeder Gegenstand besteht aus unendlich vielen Punkten, die das auffallende Licht divergent reflektieren. Das Loch(-objektiv) der Kamera läßt nur einen kleinen Teil des Strahlenbündels passieren. Auf einer hinter dem Loch befindlichen Fläche wird dieses Strahlenbündel als Punkt abgebildet. Die Abbildungsgröße ist dabei von der Lochgröße abhängig – je größer das Loch, desto größer die Punkte, die sich somit überlagern, was zu Unschärfe führt.

Wie man mit Licht zeichnen kann

Der Begriff Fotografie setzt sich aus den Wörtern „Phos“ (Licht) und „grafein“ (zeichnen) zusammen – also mit Licht zeichnen. Den Begriff der Fotografie gibt es seit 1839, dem Entstehungsjahr der Fotografie. Im engeren Sinne versteht man darunter alle Verfahren zur Abbildung von Objekten mit Hilfe von Strahlung auf Materialien, welche Silbersalze enthalten. Im weiteren Sinne meint man mit Fotografie alle Abbildungsverfahren, bei denen ein gegenständliches Bild mit Hilfe von Strahlung erzeugt wird, wie es z.B. bei der digitale Fotografie der Fall ist.

Die frühesten fotografischen Versuche wurden ab 1817 angestellt. Niepce (1765-1833) arbeitete mit Zinnplatten, die mittels einer Asphaltschicht nur sehr gering lichtempfindlich waren. Er stellte als erster auf fotografischem Wege Bilder her – bei Belichtungszeiten im Bereich von mehreren Stunden. Seine Aufnahmeobjekte waren z.T. Strichvorlagen zur Druckformherstellung.

1727 stellte der Chemiker Johann Heinrich Schulze fest, daß Silbersalze lichtempfindlich sind. In der Frühzeit der Fotografie verwendete man hauptsächlich Silberjodid als Silbersalz Die erzeugte Schwärzung konnte aber nicht fixiert werden. Fixiermittel wurde erst 1819 von Herschel entdeckt.

Im Jahre 1839 wurde das Verfahren von L. Daguerre in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt und somit zur allgemeinen Anwendung freigegeben. Daguerre wie auch Niepce benutzten die „Camera Obscura“ mit erweitertem Objektiv. Daguerre sensibilisierte versilberte Kupferplatten mittels Joddämpfen. Die belichteten Platten wurden anschließend unter Quecksilberdämpfen (!) entwickelt, das dabei entstandene Bild war ein seitenverkehrtes Unikat. Je nach Betrachtungswinkel sieht man bei einer solchen „Daguerreotypie“ ein positives oder negatives Bild.

Etwa zeitgleich mit Daguerre beschäftigte sich der Engländer Fox Talbot mit der selben Thematik. Er stellte seine erste Aufnahme 1835 auf sensibilisiertem Papier her. Das dabei entstandene Papiernegativ wurde mittels Wachs transparent gemacht und erneut auf lichtempfindliches Papier aufbelichtet. Talbot ist somit als der Erfinder der Negativ-Positiv-Technik anzusehen.

1840 schuf Josef Petzval das erste fotografische Objektiv. Es hatte bereits eine relative Öffnung von 1:3,4 und einen Bildwinkel von 25° (dem menschlichen Auge entsprechen 45°). Dieses Objektiv wurde in die Metallkameras von Voigtländer eingebaut.

Seit 1865 fotografierte man auf Glasplatten – beim „Nassen Verfahren“ überzog der Fotograf eine Platte mit einer lichtempfindlichen Schicht, die bald belichtet und entwickelt werden mußte. Bereits sechs Jahre später kamen die ersten Trockenplatten auf den Markt, die bereits als solches fertiges Produkt gekauft werden konnten.

Ein weiterer Meilenstein der fotografischen Geschichte war die Farbsensibilisierung durch Dr. H. Vogel. Durch sein Verfahren wurden die ursprünglich nur für blaues Licht empfindlichen Schichten (unsensibilisiert) auch für weitere Bereiche des Farbspektrums erweitert (ortho-, panchromatisch). Bei Aufnahmen erscheinen seitdem beispielsweise rote Lippen auf dem Negativ nicht mehr als transparenten Löcher und somit im Positiv auch nicht weiterhin als schwarze Lippen.

Die Erfindung des Rollfilms brachte weitere Vorteile – eine größere Anzahl von Aufnahmen konnten auf einem Träger untergebracht werden. Diese Filme hatten einen Zelluloid-Träger, der beim Entzünden explosionsartig verbrannte. Die modernen, verbesserten Trägermaterialien bestehen aus Polyester oder Acetylzellulose („Safetyfilm“).

1925 kam die erste Kleinbildkamera in Serienbau heraus. Es war die Leica von Oscar Barnack. Er verwendete vor der eigentlichen Aufnahme auf sehr großem Format zu Testzwecken einen 35mm Kinofilm – heute wohl das weltweit meist genutzte Filmformat (Kleinbild) – und gab damit einen Anlaß für die Fotografie für Jedermann.

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