Der Schwarzschildeffekt

Unter bestimmten Umständen kann es geschehen, daß ein (scheinbar) sorgfältig belichteter und entwickelter Film deutliche Anzeichen für eine Unterbelichtung anzeigt. Die Ursache hierfür liegt im Reziprozitätsgesetz, dessen Regeln nur innerhalb eines gewissen Belichtungsspielraums gelten. Das Reziprozitätsgesetz besagt, daß es unerheblich ist, ob eine Belichtung durch die Kombination  hohe Beleuchtungsstärke/kurze Belichtungszeit oder durch geringe Beleuchtungsstärke/lange Belichtungszeit zustande kommt – mathematisch also das gleiche Produkt herauskommt.

Schwarzschildeffekt

Anpassung der Belichtungszeit durch den Schwarzschildeffekt

z.B.: Blende 5,6 – 1/250 Sec. oder Blende 11 – 1/60 Sec.
also: E1 x t1 = E2 x t2

Soweit die Theorie, die Praxis bestätigt, dass bei Belichtungszeiten über 1 Sekunde für eine korrekte Belichtung eine wesentlich längere Belichtungszeit als die vom Belichtungsmesser vorgegebene fällig wird (siehe Grafik), da die zu erwartende Schwärzung geringer ausfällt, als anzunehmen ist. Dieser Verlängerungsfaktor ist nicht konstant und steigt mit zunehmender Belichtungszeit immer mehr.

Ebenso weisen höher empfindliche sowie Color-Materialien einen schnelleren Anstieg dieses Effekts vor. Demnach ist beispielsweise ein Ilford XP2 (SW-Film, kompatibel zu C41) anders als ein Ilford HP5 zu korrigieren (beide Filme besitzen eine Nennempfindlichkeit von 400 ASA/ 27 DIN).
Bei Color-Materialien führen lange Belichtungszeiten meist zu Farbverschiebungen, sogenannte Farbstiche, die sich in der Regel aber vom Fachlabor ausfiltern lassen. Anders sind hier Farbumkehrfilme (Dia-Filme) zu handhaben, da diese ein Endprodukt sind. Extrem lange oder auch extrem kurze Belichtungszeiten müssen daher bei Farbumkehrfilmen, zum Teil schon ab 1/15 Sek., mit Farbausgleichfiltern kompensiert werden.Richtwerte finden Sie in der Grafik, genauere Angaben für jeden Filmtyp liefern nur die Datenblätter der Hersteller.

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