Farbfilter in der SW-Fotografie

Innerhalb der SW-Fotografie wird in der Praxis eine Handvoll unterschiedlicher Filter in etwa 5 verschiedenen Farben benötigt. Die im folgenden aufgezählten Filterfarben sind in verschiedenen Dichten erhältlich, was sich auf die Belichtungszeit aber auch Intensität der Filterwirkung  auswirkt.

Um Filter effektvoll und kreativ einsetzen zu können, ist es hilfreich, etwas über ihren Aufbau und ihre spezifische Wirkungsweise zu wissen. Eine Grundregel lautet: Filter lassen das Licht ihrer Eigenfarbe durch und sperren das Licht ihrer jeweiligen Komplementärfarbe (bzw. das Licht in Nachbarschaft zur Eigen- oder Komplementärfarbe). Die Eigenfarbe wird immer heller, die Komplementärfarbe dagegen dunkler wiedergegeben. Filter verändern nicht nur die Reaktion des Films auf Licht und Farbe, ganz entscheidend ist auch ihr Einfluß auf die Belichtung. Wie stark sich ein Filter auf die Belichtung auswirkt, hängt von seiner Farbe und seiner Dichte ab.
Korrekturfaktoren emittelt man entweder direkt (indem man eine monochromo Fläche bei identischer Beleuchtung einmal ohne Filter und dann mit Filter vor dem Belichtungsmesser anmißt), oder aber man greift auf die Korrekturfaktoren der Hersteller zurück. Bei Innenmessung durch das Objektiv wird der Verlängerungsfaktor automatisch berücksichtigt. Folgende Filterfarben sind in der Praxis üblich:

Gelbfilter, Faktor 1,5-2
Absorbiert Ultraviolett und Blau. Gelb, Rot und Grün werden heller, Blau dunkler wiedergegeben. In der Landschaftsfotografie eignet sich das Filter, um das Himmelblau dunkler wiederzugeben. Auch die Landschaftsvegatation wird besser wiedergegeben, da grün heller wird.

Orangefilter, Faktor 2-5
Absorbiert Ultraviolett, Blau und Blaugrün. Blau und Grün werden dunkler, Orange und Rot werden heller wiedergegeben. Orangefilter eignen sich vor allem als Kontrastfilter bei Fernaufnahmen, sie heben die zunehmende Verblauung des entfernten Dunstes auf.

Rotfilter, Faktor 4-16
Absorbiert alle Farbanteile außer Rot. Die Bildwirkung ist gegenüber einem Orangefilter noch wesentlich gesteigert, das Durchdringen von starkem Dunst, ja sogar leichtem Nebel wird möglich. Der Himmel bei Landschaftsaufnahmen wird nahezu schwarz mit prächtigen Wolkenbildungen.

Grün- und Gelbgrünfilter, Faktor 2-8
Absorbieren Blau und Rot. Diese Filter werden speziell bei Landschaftsaufnahmen mit differenzierten Grüntönen eingesetzt. Panchromatische Filme weisen nämlich eine gewisse Schwäche im Grünbereich auf, dadurch werden grüne Töne einer Landschaft ohne Filterung häufig zu dunkel wiedergegeben. Das Gelbgrünfilter ist ein guter Kompromiss zur besseren Tonwerttrennung in der Landschaftsfotografie. Es wirkt sich nicht nur positiv auf die Grüntöne aus, es gibt auch gleichzeitig das Himmelblau dunkler wieder.

Blaufilter, Faktor 2-10
Absorbieren Grün und Rot. Mit einem Blaufilter kann der große Rotanteil der Kunstlichtquelle gedämmt werden. Bei Kunstlichtaufnahmen werden Rottöne häufig zu hell wiedergegeben; vor allem bei Portaitaufnahmen stören zu blasse Lippen. Gleichzeitig werden aber blaue Augen heller und Hautunreinheiten betont wiedergegeben.

Zurück zur Startseite der Theoretischen Grundlagen

Hinterlasse ein Kommentar